Fakten gegen Vorurteile

Menschen, die aus ihrem Heimatland fliehen haben grausame Dinge erlebt: Verfolgung, Folter, Vergewaltigung, Krieg, drohende Todesstrafe, Zerstörung der Existenzgrundlagen etc. Voller Erwartungen und Hoffnungen auf eine bessere Welt kommen sie in ein fremdes Land und wollen einfach nur vergessen, was sie erleben mussten. Doch hier bei uns warten die nächsten unüberwindbaren Hürden, die ein normales Leben schier unmöglich machen. Keine Chance Geld zu verdienen, keine lebenswerte Unterkunft und keine Garantie für eine sichere Zukunft. Dabei hat doch jeder Mensch auf dieser Welt das Recht auf ein „normales“ Leben. Darüber sollten wir alle einmal nachdenken. Denn die Welt gehört nicht nur einer bestimmten Gruppe von Menschen, die entscheiden dürfen, wer wo leben darf und wie. Fakt ist: die Welt gehört uns allen!

Vorurteil: Flüchtlinge bekommen bei ihrer Ankunft ein Handy geschenkt.

Richtig ist: Flüchtlinge sind zwar oft im Besitz eines internettauglichen Handys, jedoch bekommen sie dieses nicht vom Staat oder vom Sozialdienst geschenkt. Die Telekommunikationsgesellschaften bieten Asylbewerbern Handyverträge mit 2 jähriger Laufzeit, inklusive einer Leasingmöglichkeit für moderne Geräte. Viele Flüchtlinge verschulden sich, weil sie die anfallenden Kosten nicht richtig einschätzen können.

Ein Handy ist für einen Flüchtling oft die einzige Möglichkeit, um mit der Familie in der Heimat in Kontakt zu bleiben. Auch Sprachsteuerungs- und Übersetzungsprogramme sind bei auftretenden Verständigungsschwierigkeiten eine große Hilfe für Asylbewerber.

Vorurteil: Asylbewerber nehmen uns Wohnraum.

Richtig ist: Flüchtlinge werden während ihres Asylverfahrens gezwungen, dort zu leben, wohin man sie verteilt und auch dann nicht bei Freunden oder Familienangehörigen leben dürfen, wenn diese sie aufnehmen und unterstützen. Außerdem müssen sich die Flüchtlinge oft jahrelang ein kleines Zimmer mit vielen anderen Personen unterschiedlichster Herkunft teilen. Eine gesetzlich festgelegte Quadratmeterzahl an einer Mindestwohnfläche gibt es nicht.

Vorurteil: Flüchtlinge sind kriminell.

Richtig ist:  Asylbewerber werden drei bis vier Mal häufiger Opfer von Straftaten als Deutsche. Zudem werden sie fast täglich Ziel rassistischer oder menschenverachtender Äußerungen oder Überfälle. Außerdem werden Flüchtlinge in Deutschland statistisch gesehen im ersten Jahr ihres Aufenthaltes ca. 120 Mal verdachtsunabhängig von der Polizei kontrolliert.

Vorurteil: Flüchtlinge nehmen unsere Arbeitsplätze weg.

Richtig ist: Asylbewerber dürfen in Deutschland in den ersten drei Monaten überhaupt nicht arbeiten. Und auch nach dieser Zeit bekommen Flüchtlinge nur einen Job, wenn kein Deutscher und kein EU-Bürger diesen Job haben möchte.